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Vorwort
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Bauwesen und Klima stehen von jeher in einer engen Beziehung zueinander. Den Zusammenhang, dass Planen und Bauen in der Stadt die Qualität von Luft und Klima beeinflussen, hat 1937 P. A. Kratzer in Kloster Ettal mit seinem Buch "Das Stadtklima" zum ersten Mal umfassend dargestellt. Unter welchen klimatisch-lufthygienischen Verhältnissen wir leben, hängt nicht nur von den natürlichen Gegebenheiten, sondern ganz wesentlich auch von der Nutzungsverteilung und von der baulichen Ausformung und Gliederung der Siedlungsräume und Baukörper ab. Die grundsätzlichen Entscheidungen hierfür werden bei der Aufstellung von Bauleitplänen getroffen, wobei die traditionelle Forderung nach "Belichtung, Belüftung und Besonnung" zur "Schaffung und Wiedererlangung gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse" als Handlungsauftrag noch heute grundlegende Bedeutung hat.

Durch Gesichtspunkte des Immissionsschutzes, der Luftchemie, Bauphysik und Energieeinsparung sowie durch den Schutz der Erdatmosphäre hat das Verständnis von "Luft" und "Klima" als Planungsfaktoren eine beträchtliche Weiterentwicklung erfahren. Dies zeigt auch ein Rückblick auf die erste, im Jahr 1977 vom Innenministerium Baden-Württemberg herausgegebene "Städtebauliche Klimafibel, Folge 1", die als Arbeits- und Entscheidungshilfe für die Bauleitplanung auch außerhalb unseres Bundeslandes einen hohen Bekanntheitsgrad erzielt hat. Anlass für diese Fibel war die Novelle zum damaligen Bundesbaugesetz mit der seinerzeit neuen Forderung nach Berücksichtigung der klimatischen Verhältnisse in der Bauleitplanung.

Die überarbeitete Neuauflage von 1992 wurde im Jahr 1993 durch die Folge 2 der Städtebaulichen Klimafibel ergänzt. Die dort behandelten Einzelthemen berücksichtigten häufig gehörte Fragen aus der Planungspraxis. Beide Fibeln wurden 1998 aktualisiert und in einer Broschüre zusammengefasst. Grundlagen, ausgewählte Einzelthemen und konkrete Planungsempfehlungen stehen auch hier wieder im Mittelpunkt, wobei neben den planungstechnischen und baurechtlichen Möglichkeiten für eine klimagerechte städtebauliche Planung auch deren Grenzen deutlich werden.

Der Begriff "Klima" nicht allein die meteorologischen Einflussgrößen im engeren Sinne der Klimatologie, sondern auch die lufthygienische Komponente im Sinne der Stadtklimatologie. Dazu gehören die Ermittlung und Bewertung der Luftschadstoffbelastung (Immission), Untersuchungen zur Schadstoffausbreitung (Transmission) sowie die Maßnahmen zur Reduktion der Schadstoff-Freisetzung (Emission).

In jüngster Zeit verbindet man mit dem "Klima" zugleich auch eine globale Bedrohung für das Leben auf der Erde, als deren Ursache die nahezu unbegrenzte Freisetzung an sich ungiftiger sogenannter Treibhausgase durch die Menschheit anzusehen ist. Zum notwendigen Schutz der Atmosphäre können durchaus städtebauliche Überlegungen und Maßnahmen auf lokaler Ebene zur Energieeinsparung und der damit verbundenen Minderung des Schadstoffeintrags in die Erdatmosphäre beitragen. Gemäß dem Motto, "global denken, lokal handeln!" werden rationelle Energieanwendung und der Einsatz erneuerbarer Energien vom Innen- und Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg gefördert und unterstützt. Sie beruhen zu einem großen Teil auf der Kenntnis und Berücksichtigung der klimatischen Gegebenheiten.

Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg hofft, mit den in dieser "Städtebaulichen Klimafibel Online" zusammengefassten Materialien allen mit der städtebaulichen Planung Befassten eine sachgerechte Berücksichtigung der klimaspezifischen Belange zu erleichtern, und wünscht diesem Internet Auftritt der Städtebaulichen Klimafibel ebensoviel Erfolg, wie der ehemaligen gedruckten Version.
 

Stuttgart, Januar 2008

 
     

                                              

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Städtebauliche Klimafibel Online, Stand: 21.11.2007
© Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umweltschutz Stuttgart
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