Flächen mit starker nächtlicher Abkühlung
(abhängig von Bodenart, Bewuchs und Umfang der baulichen
Nutzung) oder mit großer "Reliefenergie" (abhängig
von Hangneigung, Hangform, Oberflächengestaltung) tragen zur
Ausbildung lokaler, thermisch induzierter Windsysteme bei. Die
topographischen Gegebenheiten haben im Zusammenhang mit dem
lokalen Luftaustausch nicht nur eine passive, die Windströmung
durch Abbremsung, Umlenkung oder Kanalisierung beeinflussende
Funktion. Sie übernehmen vielmehr bei windschwachen
Strahlungswetterlagen eine durchaus aktive Rolle, weshalb es
berechtigt ist, im Hinblick auf die damit verbundenen
klimaökologischen Ausgleichsleistungen von "klimaaktiven
Flächen" zu sprechen.
Der Begriff "klimaaktive Fläche" bezieht sich
sowohl auf die thermischen wie auch auf die reliefbedingten
Voraussetzungen des lokalen Luftaustauschs und damit auf das
Gesamtsystem Kaltluftentstehungsgebiet - Kaltluftabflussbahn
bzw. Frischluftschneise. Die dadurch bewirkten
Luftaustauschprozesse beruhen auf den meist nächtlichen
Temperaturunterschieden benachbarter Räume. Je nach räumlicher
Größenordnung bezeichnet man sie als
"Kaltluftflüsse", "Hangabwinde" oder
"Bergwinde". Am Rande großer Städte (auch des
Flachlandes) spricht man von "Flurwinden" (KUTTLER,
1993) (vgl.
Abschnitt 4.3.3).