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5.2 Infrarot-Thermographie
Mit der
Infrarot-Thermographie erhält man ein Bild der momentanen
Temperaturverteilung an der Erdoberfläche mit hohem
Auflösungsvermögen, wie es mit keinem stationären Messnetz zu
erreichen wäre. Mit dem messenden Photometer im Flugzeug wird
die Landschaft zeilenweise abgetastet (bei Flughöhe 3000 m
Bodenauflösung von etwa 7 m mal 7 m).
Die
Infrarot-Thermographie ist in ihrer Aussagekraft nicht in jeder
Hinsicht unproblematisch, da einzelne IR-Wärmeaufnahmen keine
fertigen Aussagen zum Klima als vielschichtigem Problem
vermitteln. Die gemessenen Oberflächentemperaturen sind vor
allem nicht identisch mit den örtlichen Lufttemperaturen.
Durch die
Infrarot-Thermographie erhält man jedoch Hinweise auf
siedlungsbedingte Unterschiede von Temperaturstrukturen (z.B.
Wärmeinseln, Kaltluftsammelgebiete, Kaltluftabflussgebiete) in
einem Stadtgebiet. Die Durchführung von mindestens zwei
Überfliegungen (abends und morgens) ermöglicht es,
Informationen über das Abkühlungsverhalten einzelner Gebiete
zu erhalten (Abb. 5/1a - 5/1d). Es sind ferner Hinweise zu
erhalten bezüglich klimatischer Vorranggebiete, örtlicher
Klimatatsachen wie z.B. lokale Luftaustauschprozesse,
Kaltluftstau, Konfliktsituationen zu bestehenden Nutzungen sowie
zur Entwicklung einer weiterführenden Messstrategie für
Bodenmessungen.
Solche Schlussfolgerungen
erfordern jedoch eine realistische Vorstellung vom
Zusammenwirken der meteorologischen Parameter in der bodennahen
Luftschicht, Kenntnis der örtlichen Geländeverhältnisse und
Nutzungen und weitere meteorologische Informationen.
In den
Infrarotbildern entspricht die gewählte Temperaturfarbskala
wahrnehmungspsychologischen Gesichtspunkten (rot= warm, blau=
kalt). Bei den dunklen Flächen handelt es sich um Freiflächen
mit niedriger Vegetation; sehr stark abkühlende Oberflächen
sind schwarz dargestellt. Als warm fallen beispielsweise die
Gewässer und Innerortsbereiche mit den jeweiligen
Straßenstrukturen auf.
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