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5. Klima- und Lufthygienekarten als Hilfsmittel in der Bauleit- planung (Beispiel: Klimaatlas des Nachtbarschaftsverbandes Stgt.)

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5.1       Einleitung

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um neue Bauflächen für Wohnungen und Gewerbeansiedlungen gewinnen Grundlagenuntersuchungen zu Klima und Luft zunehmend Bedeutung für eine qualifizierte Flächennutzungsplanung in Verdichtungsräumen. Da sich die betreffenden Aussagen auf einen Planungsraum beziehen, empfiehlt sich die Benutzung von Karten als Informationsgrundlage. Karten sind in diesem Zusammenhang ein ganz wesentliches Arbeitsmittel der Planer, aber auch ein bedeutender Informationsträger für Politiker und die interessierte Öffentlichkeit. Dies bedeutet, dass auch zur Durchsetzung klimatischer und lufthygienischer Gesichtspunkte raumbezogene kartographische Darstellungen notwendig sind.

Für die Erstellung entsprechender Kartenwerke kommen in Betracht die messtechnische Erfassung der einzelnen Parameter mit kartenmäßiger Darstellung, aber auch die rechnerische Simulation mit statistischen Regressionsmodellen (GERTH, 1986) bzw. durch mesoskalige Modelle (FIEDLER, 1991).

Je aussagekräftiger und überzeugender die klimatischen und lufthygienischen Phänomene dargelegt werden, desto mehr wächst auch die Chance einer sachgerechten Berücksichtigung in der Planung.

Am Beispiel des Klimaatlas des Nachbarschaftsverbandes Stuttgart für das Verbandsgebiet und angrenzende Teile der Region Mittlerer Neckar (NACHBARSCHAFTSVERBAND STUTTGART, 1992) wird gezeigt, wie die Belange Klima und Luft in Kartendarstellung für die Flächennutzungsplanung aufbereitet werden können.

Im Rahmen der Erhebung von Grundlagendaten wurden zwei Infrarotbefliegungen des gesamten Untersuchungsgebietes vorgenommen. Zusätzlich hat der Deutsche Wetterdienst ein einjähriges umfangreiches Bodenmessprogramm (Temperatur, Feuchte und Wind) durchgeführt und aus diesen Daten mit statistischen Verfahren flächenhafte Darstellungen verschiedener Klimaelemente erstellt. Lufthygienische Informationen wurden eingearbeitet aus den Emissionskatastern, aus den Daten der Immissionskataster für den Großraum Stuttgart und den Luftmessstationen aus dem Landesmessnetz.

Die Untersuchungsergebnisse sind zusammengefasst in Analysekarten im Maßstab 1:20 000 (was dem Flächennutzungsplan entspricht) dargestellt. Als weiterer Schritt wurden dann bewertete Karten mit klimatisch-lufthygienischen Hinweisen für die Planung erstellt.

Der Zweck von Planungshinweisen ist es in erster Linie, die Planer zu einer stärkeren Berücksichtigung der Klimagesichtspunkte zu bewegen (BECKRÖGE, 1990). Deshalb sollte ein Planungsvorhaben an den Vorgaben aus der Karte "Planungshinweise" gemessen werden.

Ist eine eindeutige Klimaverträglichkeit nicht gegeben, so muss durch Planer und Politiker unter objektiver Gewichtung der Umweltverträglichkeit gegenüber anderen Belangen abgewogen werden. Diese Abwägung kann grundsätzlich die Konsequenzen haben, dass die Planung nicht weiter verfolgt wird, dass man die klimatisch-lufthygienischen Belange zurückstellt (in heutiger Zeit zunehmend schwierig) oder dass die Planung so modifiziert wird, dass negative klimatische und lufthygienische Auswirkungen möglichst gering ausfallen. In diesem Fall sind meist Detailgutachten notwendig.

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Städtebauliche Klimafibel Online, Stand: 21.11.2007
© Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umweltschutz Stuttgart
 
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