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4. Methoden der Informationsgewinnung für die Planung
(Natur-Messungen, Windkanal, Modellierung)

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4.3.6    Das Modell MLuS-02 zur Berechnung der Schadstoffausbreitung an
             Straßen ohne oder mit lockerer Randbebauung

Das Modell MLuS-02 (Merkblatt über Luftverunreinigungen an Straßen; Version 6.0 Ausgabe 2005) ist von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen in Köln herausgegeben worden. Das Modell ermöglicht, die mittlere jährliche Belastung und die Kurzzeitbelastung (98-Perzentil) der verkehrsbedingten Schadstoffe abzuschätzen. In einem "Allgemeinen Rundschreiben Straßenbau Nr. 17/202" des Bundesministers für Verkehr empfiehlt das Ministerium die Anwendung für Bundesfernstraßen. In der Verwaltungsvorschrift (GABL 2002, Nr.14, S.817) hat sich das Verkehrsministerium Baden-Württemberg diesem Erlass angeschlossen. Demnach soll das MLuS-02 für Bundesfern-, Landes- und Kreisstraßen von den Gemeinden angewandt werden.

Das MLuS-02 erlaubt die rechnerische Abschätzung der Schadgasbelastung an Straßen ohne oder mit lockerer Randbebauung (Abb. 4/39).

Das Merkblatt gilt nicht für die Berechnung der Belastungen in Straßenschluchten und bei dichter Bebauung. Ebenfalls sollte das Merkblatt nicht bei stark gegliedertem Gelände angewandt werden.

Da es sich bei der Berechnung der Luftverunreinigungen an Straßen nach obigem Merkblatt nur um eine rechnerische Abschätzung handelt, bedürfen Fälle mit besonderer Tragweite (z.B. bei Grenzwertüberschreitungen) gegebenenfalls eines detaillierteren Fachgutachtens.

Grundlage für die Berechnungen sind u.a. die in der Abbildung 4/40 dargestellten entfernungsabhängigen Konzentrationsabnahmen.

 

MLuS-02 (Ausgabe 2005) ist anwendbar bei:

  • Verkehrsstärken über 5000 Kfz/24h
  • Geschwindigkeiten über 50 km/h
  • Trogtiefen und Dammhöhen unter 15 m
  • Längsneigung der Straße unter 6%
  • zwei und mehr Fahrstreifen
  • Lücken innerhalb der Randbebauung > 50%
  • Abstände zwischen den Gebäuden und dem Fahrbahnrand 
    > 2 Gebäudehöhen
  • Gebäudebreite < 2 Gebäudehöhen
  • Abstand von der Straße bis 200 m

Die nachstehende Beispiele (Abb. 4/41a und Abb.4/41b) zeigen die berechneten Belastungen an einer Straße mit einer täglichen Gesamt-Verkehrsmenge von 50 000 Fahrzeugen, einem Lkw-Anteil von 5 %, Geschwindigkeit für Pkw 50 km/h und Lkw 50 km/h und einer mittleren Windgeschwindigkeit von 2 m/s für das Jahr 2005 in verschiedenen Abständen vom Straßenrand bei keiner Vorbelastung sowohl ohne als auch mit einer 6 m hohen Lärmschutzwand.

In der Abbildung 4/42 ist der Einfluss eines Tunnelportales (10 m breit 5 m hoch) im Abstand von 30 m und 10 m Abstand von der Strasse dargestellt.

Bei der Abnahme der Konzentrationen mit der Entfernung fällt auf, dass beim Stickstoffdioxid diese Abnahme weniger stark ausfällt als bei anderen Schadstoff-Komponenten, was beim NO2 auf die luftchemischen Besonderheiten der Umbildung des NO zum NO2 auf dem Transportweg zurückzuführen ist.

Gegenüber der MLuS-92 enthält MLuS-02 in der Version von 2005 Verbesserungen im Ausbreitungsmodell, verwendet die Emissionsfaktoren gemäß UBA-Handbuch. Ferner ist nun auch die Berechnung des Einflusses von Lärmschutzwänden und -wällen sowie von Tunnelportalen und Kreuzungen möglich.

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Abb. 4/39: Die Straße (Autoverkehr)
als Schadstoff(linien)quelle

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Abb. 4/40: Relative Ausbreitung für
die Jahresmittelwerte und 98-Perzen-
tile für verschiedene Schadstoffe,
nach MLuS-02
 

Abb. 4/41a: Konzentration an einer
freiliegenden Straße (Abstand 10m), nach MLuS-02, für Russ, Benzol, PM10 und NO2  (Jahresmittel)
 

Abb. 4/41b: Konzentration an einer
freiliegenden Straße (Abstand 10m) mit einer Lärmschutzwand von 6 m, nach MLuS-02, für Russ, Benzol, PM10 und NO2  (Jahresmittel)
 

Abb. 4/42: Konzentration an einer Straße (Abstand 10 m) mit einem Tunnelportal im Abstand von 30 m, nach MLuS-02, für Russ, Benzol, PM10 und NO2  (Jahresmittel)
 

     

                                              

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Städtebauliche Klimafibel Online, Stand: 21.11.2007
© Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umweltschutz Stuttgart
 
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