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4.3.3 Das
Kaltluftabflussmodell KALM
Das Modell KALM (SCHÄDLER,
LOHMEYER 1996) ist ein Kaltluftabflussmodell. Es berechnet die
zeitliche Entwicklung der Kaltluftströmung bei gegebener
zeitlich konstanter Kaltluftproduktionsrate. Neben der Dicke der
Kaltluftschicht werden die horizontalen Windgeschwindigkeiten
und der Kaltluftvolumenstrom berechnet.
Durch Kopplung
der von KALM berechneten Windfelder mit Ausbreitungsmodellen,
z.B. LASAT (JANICKE, 1996) kann die Schadstoffausbreitung in
Kaltluftflüssen berechnet werden.
Die Abbildungen
4/35a-c zeigen Berechnungsbeispiele des Modells KALM für die
Kaltluftvolumenstromdichte im Stadtgebiet von Stuttgart.
Die
Kaltluftvolumenstromdichte ist diejenige Kaltluftmenge in m³,
die pro Sekunde durch einen 1 m breiten Streifen zwischen
der Erdoberfläche und der Obergrenze der Kaltluftschicht,
welcher senkrecht zur Strömung steht, fließt; ihre Einheit ist
m³/ms.
Zu den
wesentlichen Abflusssystemen gehören in Stuttgart u.a. das
Neckartal und das Nesenbachtal.
Der gesamte Abfluss
beträgt im Nesenbachtal etwa 100 Mio. m³/h, Die
Mächtigkeit des Kaltluftabflusses beträgt bis zu 95 m.
Höhergelegene
Flächen und Oberläufe von Tälern erweisen sich als vorrangige
Kaltluft-Produktionsgebiete, während die Mittel- und
Unterläufe von Tälern sowie niedrig liegende Ebenen
Kaltluftsammel- und -staugebiete sind.
Da die
letztgenannten Gebiete oft auch dicht besiedelt sind, können
sie durch die mit der Bebauung verbundene Aufwärmung und
Vermischung eine "kaltluftvernichtende" Wirkung haben.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet ebenfalls ein Kaltluftabflußmodell (KLAM) an.
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