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4. Methoden der Informationsgewinnung für die Planung
(Natur-Messungen, Windkanal, Modellierung)

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4.3.1    Das digitale Höhenmodell (DHM) als Hilfsmittel bei klimatischen
             Fragestellungen in der Planung

Für viele Aufgaben in der Klimatologie ist das Wissen über die örtliche Orografie notwendig. Die topografischen Karten enthalten zwar Höhenlinien. Trotzdem bereitet die räumliche Vorstellung der Situation oft Schwierigkeiten. Eine Hilfestellung hierzu bietet das "Digitale Höhenmodell" (DHM), das auch für viele Anwendungen in Geographischen Informationssystemen (GIS) erforderlich ist.

Das Digitale Höhenmodell des Landesvermessungsamtes von Baden-Württemberg enthält flächendeckend für das ganze Land Koordinaten nach Lage (Gauß-Krüger-System) und Höhe (m über NN) von nahezu 15 Millionen Punkten eines regelmäßigen Rasters von 50 m. Im offenen Gelände und innerhalb der Bebauung beziehen sich die Höhenangaben auf die Erdoberfläche, in geschlossenen Waldgebieten repräsentieren sie die Oberfläche der Vegetation (Baumgipfel). Die Genauigkeit beträgt im stetig verlaufenden Gelände +/- 2 bis 3 m. Die Daten-Erhebungen stammen aus den Jahren 1971-1981.

Mit Hilfe von Auswerteprogrammen können aus den Daten Höhenlinienpläne sowie Größe und Richtung von Geländeneigungen oder Oberflächenkrümmungen abgeleitet werden. Besonders anschaulich sind aus den Daten produzierte perspektivische Ansichten, bei denen sowohl die Betrachtungsrichtung als auch der Betrachtungswinkel (Höhe) frei gewählt werden kann. Einige dieser Auswerteprogramme sind auch für normale PC-Ausstattungen verfügbar (z.B. SURFER).

Die Abbildungen 4/29 bis 4/32 zeigen einige Anwendungsbeispiele. Dabei wurden die Rasterdaten des DHM vom Landesvermessungsamt verwendet.

Abgesehen von der Möglichkeit, mit dem digitalen Höhenmodell nahezu beliebige räumliche Darstellungen von Gebieten zu erzeugen, kann das Höhenmodell zu weitergehenden Anwendungen im Bereich des Stadtklimas herangezogen werden.

Das digitale Höhenmodell kann dazu dienen, die an relativ wenigen Messstationen repräsentativ gemessenen Klimadaten zu flächendeckenden Klimakarten auszuwerten (s.a. Kap. 5.3 )(GERTH, 1986).

So hat im Zusammenhang mit dem Klimaatlas des Nachbarschaftsverbandes Stuttgart der Deutsche Wetterdienst ein einjähriges Messprogramm an 12 temporären Messstationen durchgeführt. Die Lage der Messstellen wurde dabei so gewählt, dass die Messstationen Gebiete unterschiedlicher Nutzung, verschiedenen Höhenlagen und speziellen topographischen Situationen, wie z. B. Talzügen, Hangbereichen und Hochlagen angehörten.

Themenspezifische Klimakarten für einzelne Klimaelemente lassen sich dann mit Hilfe des digitalen Höhenmodells statistisch berechnen. Anhand der Freilandstationen wurde eine Höhenverteilung der Klimadaten der relativ unbeeinflussten Flächen ermittelt und mit Hilfe des digitalen Höhenmodells auf das gesamte Untersuchungsgebiet übertragen. Unter Verwendung der Landnutzungskarte fanden die gemessenen mittleren Abweichungen der lokalspezifischen Einflüsse von der generellen höhenbedingten Verteilungssituation Berücksichtigung. So zieht z. B. die Rauhigkeit der Erdoberfläche, bedingt durch Gebäude, Pflanzen und Relief verschieden starke Windfeldveränderungen nach sich. Bei der Temperatur müssen siedlungsbedingte thermische Effekte (Wärmeinsel) durch einen Temperaturzuschlag, Wälder und enge Tallagen durch geringe Temperaturabschläge berücksichtigt werden.

Auch die nachfolgend an Beispielen beschriebenen Modelle benötigen vielfach die Daten des DHM als Eingangsgrößen.

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Abb. 4/29a: Schattenrelief von Stutt-
gart, berechnet auf Grundlage des DHM mit dem Programm SURFER; Be-
leuchtung aus NW mit 45° Höhe

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Abb. 4/29b: 3-D Ansicht von Stuttgart
Blick von Nord-Osten in den Talkessel
mit Stadtplan unterlegt; Höhen in Farb-
abstufungen
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Abb. 4/30: Graustufenbild der Oro-
graphie von Stuttgart, berechnet auf
Grundlage des DHM mit dem Pro-
gramm SURFER
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Abb. 4/31: Höhenlinienplan von Stutt-
gart, berechnet auf Grundlage des
DHM mit dem Programm SURFER
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Abb. 4/32a: Oberflächendarstellung
(3-D) der Innenstadt von Stuttgart,
berechnet auf Grundlage des DHM mit
dem Programm SURFER.
Blick aus NO aus 30° Höhe
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Abb. 4/32b: Oberflächendarstellung
(3-D) der Innenstadt von Stuttgart,
berechnet auf Grundlage des DHM mit
dem Programm SURFER.
Blick aus SW aus 30° Höhe
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Städtebauliche Klimafibel Online, Stand: 21.11.2007
© Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umweltschutz Stuttgart
 
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