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4. Methoden der Informationsgewinnung für die Planung
(Natur-Messungen, Windkanal, Modellierung)

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4.2.5    Anwendungsbeispiel - Durchlüftung
            (Beispiel Erweiterung einer Erddeponie)

4.2.5.3 Planungsrelevante Ergebnisse

Im Rahmen der Untersuchung wurde die Veränderung des Bodenwindfeldes durch die unterschiedlichen Erweiterungspläne im Windkanal simuliert. Dazu wurden für 8 Windrichtungen an 50 Punkten im Modell die Windgeschwindigkeit und Turbulenz gemessen. Beispielhaft ist die Situation für die Windrichtung Nordwest in der Abbildung 4/27 dargestellt. Sie zeigt die Verteilung der mittleren Windgeschwindigkeit, während in der Abbildung 4/28 die relative Veränderung gegenüber dem Istzustand dargestellt ist. Erniedrigungen der Windgeschwindigkeit um mehr als 10 % sind umrandet gekennzeichnet.

Insgesamt ergab sich, dass die Auswirkungen auf das Bodenwindfeld durch die bestehende Erddeponie bis in eine leeseitige Entfernung von ca. 600 m reichen. Die geplanten Aufschüttungen modifizieren das Bodenwindfeld in zweierlei Hinsicht. Die mittlere Windgeschwindigkeit wird im Lee der Aufschüttungen im Vergleich zum Istzustand um etwa 10 % (vereinzelt bis 20 %) reduziert. Teilweise treten jedoch aufgrund von Kanalisierungs- und Höheneffekten auch Geschwindigkeitszunahmen auf.

Die Turbulenz der Strömung erhöht sich im Lee und seitlich der geplanten Aufschüttung. Nur vereinzelt ergab sich eine Turbulenzverminderung um ca. 10 %. Windgeschwindigkeits- und Turbulenzänderungen in 10 m Höhe, die unter 10 % liegen, werden üblicherweise als nicht relevant eingestuft (LOHMEYER u. PLATE, 1986).

Daraus lässt sich die Aussage ableiten, dass durch die Planungen eine negative Veränderung der Abgasausbreitung im bodennahen Bereich in Bezug zu den benachbarten Gewerbegebieten und zu angrenzenden Siedlungsgebieten nicht zu erwarten ist.

Die Analyse des Windfeldes bis in eine Höhe von 100 m über Grund im Lee der geplanten Aufschüttung ergab, dass auch in größerer Höhe eine nur unwesentliche Änderung des Windfeldes erfolgt. Die großräumige Durchlüftung des Gebietes ist somit durch die Planung nicht berührt.

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Abb. 4/27: Windgeschwindigkeit in 10
m Höhe in m/s für Winde aus nord-
westlicher Richtung bei einer Anströ-
mungsgeschwindigkeit von 10 m/s.
Die Bedeutung der Abbildung liegt nicht im Absolutbetrag der Windge-
schwindigkeiten, sondern in der
räumlichen Differenzierung, Quelle: ZENGER et al., 1991

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Abb. 4/28: Relative Änderung der
mittleren Windgeschwindigkeit durch
die geplante Aufschüttung (große Lö-
sung) im Vergleich zum Istzustand für
Winde aus nordwestlicher Richtung,
Quelle: ZENGER et al., 1991
 

     

                                              

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Städtebauliche Klimafibel Online, Stand: 21.11.2007
© Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umweltschutz Stuttgart
 
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