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4. Methoden der Informationsgewinnung für die Planung
(Natur-Messungen, Windkanal, Modellierung)

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4.2.4    Anwendungsbeispiel - Kleinräumige Ausbreitung (Bsp. Tunnelabluft)

4.2.4.3 Planungsrelevante Ergebnisse

Die Untersuchungen ergaben, dass NO2 bezüglich der Grenzwerte der kritischste Luftschadstoff ist und dass die 98-Perzentilwerte ("Spitzenbelastung") der Konzentrationen relativ zu den Grenzwerten höher sind als die Jahresmittelwerte. Deshalb waren speziell die Ergebnisse für die 98-Perzentilwerte von NO2 planungsrelevant. Abbildung 4/21 zeigt die 98-Perzentilwerte für NO2 im Ausgangszustand, die Abbildung 4/22 im Endzustand. Der Grenzwert nach EG-Richtlinie (1985) für NO2 von 0,2 mg/m³ war im Ausgangszustand im Bereich der Tunnelportale und der B 10 deutlich überschritten. Im zunächst geplanten Endzustand kommt es im Bereich der Tunnelportale zu weiteren Konzentrationserhöhungen, so dass z.B. auch im Bereich des Mineralheilbads die Grenzwerte deutlich überschritten wären.

Die Untersuchungen zeigten, wie schon die vorliegenden Messungen, dass es schon vor Durchführung der Baumaßnahme zu Grenzwertüberschreitungen kommt, und dass die Durchführung der geplanten Baumaßnahme die Immissionssituation in empfindlichen Bereichen (Freibäder, Wohnen) nicht verbessert sondern verschlechtert.

Es wurde deshalb empfohlen, die Fortluft der beiden bestehenden und der geplanten Tunnelstrecke nicht horizontal austreten zu lassen, sondern vertikal über Lüfterbauwerke auszublasen. Abbildung 4/23 zeigt die Immissionssituation, wie sie im Endzustand mit Lüfterbauwerk aussieht. Grenzwertüberschreitungen gibt es nur noch im Straßenbereich östlich und westlich des Schwanenplatztunnels sowie im Randbereich der offenen Strecken der B 10.

Mit Hilfe der geplanten Baumaßnahmen und der Lüfterbauwerke gelang es einerseits, Grenzwertüberschreitungen auf wenige Flächen zu begrenzen und anderseits die Immissionssituation im Vergleich zum Ausgangszustand sogar deutlich zu verbessern.

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Abb. 4/21: Ausgangszustand NO2-
98-Perzentilwerte. Schraffiert: Flä-
chen auf denen der Grenzwert für
NO2 von 0,2 mg/m³ (durchgezogen)
und 0,24 mg/m³ (Punkte), Quelle: LOHMEYER (1989)

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Abb. 4/22: Endzustand ohne Lüfter-
bauwerk. NO2-98-Perzentilwerte.
Schraffiert: Flächen auf denen der Grenzwert für NO2 von 0,2 mg/m³
(durchgezogen) und 0,24 mg/m³ (ge-
punktet), Quelle: LOHMEYER (1989)
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Abb. 4/23: Endzustand mit Lüfterbau-
werken. NO2-98-Perzentilwerte,
Tunnelstrecken emittieren pauschal 20 % der Fortluft aus den Portalen.
Schraffiert: Flächen auf denen der
Grenzwert für NO2 von 0,2 mg/m³
überschritten ist. Isolinien für 0,16 mg/
m³ (gestrichelt) und 0,2 mg/m³ (durch-
gezogen), LOHMEYER (1989)
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Städtebauliche Klimafibel Online, Stand: 21.11.2007
© Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umweltschutz Stuttgart
 
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