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4.2.2 Der
Windkanal als Untersuchungsmethode
Bei stadtklimatologischen
Untersuchungen im Windkanal ist es notwendig, ein der Natur
entsprechendes Windprofil zu erzeugen. Im Windkanal wird dies
erzeugt, indem die nach Passieren der Einlaufdüse zunächst
gleichförmige und turbulenzarme Strömung durch sogenannte
Wirbelgeneratoren und über Rauhigkeitselemente geleitet wird.
Die Wirbelgeneratoren verbauen den Strömungsquerschnitt unten
stärker als oben und formen damit das typische
Grenzschichtprofil vor, bevor die durch Bodenrauhigkeit erzeugte
Scherturbulenz in die Strömung hineinwachsen kann (Abb. 4/6).
Grenzschichtwindkanäle sind bedingt durch obige Anforderungen
im Verhältnis zur nutzbaren Teststrecke sehr lang (Abb. 4/7).
Im Rahmen dieser Fibel kann auf
die Theorie der Windkanalmodellierung nicht näher eingegangen
werden, verwiesen sei hier auf die Fachliteratur (z.B. PLATE,
1982; SCHATZMANN et al., 1986). Wesentlich ist bei
strömungsmechanischen Untersuchungen, dass die entsprechenden
Modellgesetze (Ähnlichkeitskriterien) erfüllt sind und somit
die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf die natürlichen
Verhältnisse sichergestellt ist. Dies ist der Fall, wenn die
Längen im Modell ein festes Verhältnis zu den Längen in der
Natur aufweisen und die anströmende Grenzschicht sowie die
Umströmung der Hindernisse "ähnlich" zur Natur sind
(Abb. 4/8a)
Die reale Größe der zu untersuchenden
Modelle hängt von den einzelnen Windkanälen und den
Fragestellungen ab. An der Universität von Karlsruhe können
z.B. Modelle bis zu 2 m Durchmesser untersucht werden. Um
verschiedene Windrichtungen zu simulieren, wird das Modell im
Windkanal (Abb. 4/8b und Abb. 4/8c) entsprechend gedreht.
Der Vorteil des Windkanals gegenüber
Messungen vor Ort liegt darin, dass zukünftige Planungen bzw.
Alternativen mit ihren Veränderungen sehr schnell erfasst
werden können, sobald ein geeignetes Modell des
Planungsgebietes erst einmal erstellt ist.
Im Windkanal selbst werden verschiedenartige
Untersuchungsmethoden verwendet. Welche Methode eingesetzt wird,
hängt ab von der einzelnen Fragestellung, aber z.T. auch von
der gewünschten Genauigkeit der Aussagen (z.B. qualitativ oder
quantitativ). Nachfolgende Untersuchungsmethoden werden
üblicherweise verwendet.
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