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3. Energiebewusste Bauleitplanung
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3.4.1    Windstatistik

Der Wind hat die Eigenschaft, in den Größen, die ihn kennzeichnen, keine Konstanz zu zeigen, sondern kurzfristig Geschwindigkeit und Richtung zu ändern. Die Auswertung meist langjähriger Beobachtungen bzw. Messungen liefert eine Windstatistik.

Die Windrose gibt die prozentuale Häufigkeit des Auftretens der einzelnen Windrichtungen (aus denen der Wind kommt) gemäß der Kompass-Skala an. Die Häufigkeit für das Auftreten von Windstille (Calmen) ist meistens in einem freien Feld in der Mitte des Diagramms verzeichnet. Für Anwendungen im Bereich der Energiewirtschaft empfiehlt sich eine Betrachtung der jahreszeitlichen Windrichtungsverteilung, bzw. des Sommers und des Winters wie im Beispiel der Abbildung 3/23 gezeigt.

Die Einbeziehung der Windgeschwindigkeit vervollständigt die Information über die mittleren Windverhältnisse. So wird in der Häufigkeits-Stärke-Windrose (kurz: Stärkewindrose) die Häufigkeit des Auftretens bestimmter Windgeschwindigkeitsbereiche für jede Windrichtung gesondert dargestellt. Im Fall der Abbildung 3/24 wurde eine Darstellungsart gewählt, welche die Windrichtungshäufigkeiten zweier Geschwindigkeitsbereiche, nämlich der sehr schwachen und der sehr starken Winde gegenüberstellt. Die Darstellung zeigt, dass am Messort die Richtung der häufigsten Winde (Hauptwindrichtung) mit der Richtung der im Mittel stärksten Winde identisch ist. Gleichzeitig erweist sich die Windrichtung Ost als typische Schwachwindrichtung, welche in diesem unteren Stärkebereich der Hauptwindrichtung an Häufigkeit nur geringfügig nachsteht.

Für die Windgeschwindigkeit gelten die folgenden Umrechnungen:

Meter pro Sekunde

1 m/s

= 1,943 Knoten

= 3,600 km/h

Kilometer pro Stunde

1 km/h

= 0,540 Knoten

= 0,278 m/s

Knoten

(Seemeile pro Std.)

1 kn

= 1,852 km/h

= 0,515 m/s

Tab. 3/3: Umrechnungstabelle für die Windgeschwindigkeit

Tabelle 3/4 gibt eine Übersicht der mittleren Windgeschwindigkeit nach Monaten und Windrichtungen sowie für das Jahresmittel (Stuttgart-Flughafen: 2,4 m/s). Am stärksten sind im Mittel Westwinde (3,4 m/s), während es die Südostwinde im Mittel nur auf 1,4 m/s bringen. In Stuttgart sind im Jahresverlauf der April (3,2 m/s) und der Februar (2,8 m/s) und der November (2,8 m/s) die windstärksten Monate.

Allgemein werden in Deutschland im November die höchsten und im August und September die geringsten Windgeschwindigkeiten gemessen (vgl. dazu DIN 4710, Meteorologische Daten zur Berechnung des Energieverbrauches).

Eine Temperaturwindrose bedeutet die Kombination von Zeitreihen des Windes und der Lufttemperatur. Sie beantwortet die Frage, welche Temperaturen am Messstandort auftreten, wenn der Wind aus einer bestimmten Richtung weht.

Da sommerliche Ostwinde mit hohen Lufttemperaturen verbunden sind, während östliche Winde im Winter Kälte bedeuten, ist es nicht sinnvoll, die Daten zu einer Jahresstatistik zu vereinen. Hier führt nur die in Abbildung 3/25 gewählte jahreszeitliche Differenzierung zu verwertbaren Informationen.

Richtung

N

NE

E

SO

S

SW

W

NW

Mittel

Januar

1,5

1,4

1,5

1,1

1,6

3,0

2,7

1,6

1,8

Feb.

2,5

2,2

1,8

1,3

1,8

3,7

3,9

2,6

2,8

März

2,6

2,9

2,3

1,4

1,7

3,7

3,4

2,1

2,6

April

2,7

3,1

2,6

1,8

2,1

4,0

4,2

3,2

3,2

Mai

2,4

2,1

2,3

1,8

1,6

2,9

3,6

2,8

2,5

Juni

2,6

2,3

2,1

1,4

1,5

2,6

3,2

2,7

2,4

Juli

2,1

1,9

1,8

1,5

1,4

2,4

2,9

2,6

2,2

August

2,1

1,9

2,1

1,6

1,4

2,4

2,7

2,3

2,1

Sept.

1,9

2,1

1,8

1,2

1,3

2,2

2,4

1,6

1,8

Okt.

1,9

1,9

2,3

1,6

1,4

3,0

3,3

2,1

2,3

Nov.

1,9

1,9

1,2

1,0

2,1

3,7

4,1

2,7

2,8

Dez.

2,0

2,1

1,6

1,1

1,3

3,2

3,9

2,6

2,4

Jahr

2,2

2,2

1,9

1,4

1,6

3,1

3,4

2,4

2,4

Tab. 3/4: Mittlere Windgeschwindigkeit in m/s; Stuttgart-Flughafen 1969-1974, Quelle: DIN 4710

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Abb. 3/23: Windrosen für das Sommerhalbjahr (Linie), Calmen=14%
und das Winterhalbjahr (gestrichelte
Linie), Calmen=15,6%, Stuttgart-Flug-
hafen 1961-80, Quelle: DWD

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Abb. 3/24: Windrichtungshäufigkeit
schwacher Winde (0,5 bis 1,5 m/s
(Linie)) und starker Winde (5,5 m/s
und darüber (gestrichelte Linie))
Quelle: DWD
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Abb. 3/25: Jahreszeitliche Tempera-
turwindrosen (Stuttgart-Vaihingen,
1981-1985); unter "C" (Calmen) sind die im Mittel bei Windstille gemessenen
Temperaturen angegeben.
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Städtebauliche Klimafibel Online, Stand: 21.11.2007
© Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umweltschutz Stuttgart
 
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