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3. Energiebewusste Bauleitplanung
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3.3       Die Lufttemperatur als Einflussgröße energiebewusster Planung

Ein wesentlicher, wenn auch von der Sonnenstrahlung nicht unabhängiger Faktor für den Wärmebedarf einer Bebauungsform ist das Außentemperaturniveau der jeweiligen Standortfläche (GERTH, 1989). Eine energetisch günstige Bebauung bedeutet, dass thermische Standortnachteile vermieden werden und dass innerhalb der durch normierte Kennwerte beschriebenen Klimaregion relative thermische Gunstlagen vorrangig besiedelt werden, sofern alternative Entscheidungen möglich sind.
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3.3.1    Kennwerte zur Beschreibung des thermischen Niveaus

In den Richtlinien VDI 2067, Bl. 1, und VDI 3807, Bl. 1, sind u.a. für 29 Orte in Baden-Württemberg die für den Heizenergieverbrauch maßgeblichen thermischen Kennwerte zusammengestellt. In diesem Zusammenhang werden die folgenden hier verkürzt definierten technischen Begriffe verwendet. Die in Baden-Württemberg vorkommenden Extremwerte ergänzen die entsprechenden Definitionen.

Die Heizzeit ist rein kalendermäßig vom 1. September bis zum 31. Mai, also auf neun Monate, festgesetzt.

Die Heizperiode fällt in die Heizzeit und kann auf der Grundlage der vergangenen Witterung nur nachträglich angegeben werden. Sie ist im Herbst durch das erstmalige Unterschreiten bzw. im darauffolgenden Frühjahr durch das erstmalige Überschreiten der Außentemperatur 15°C (als übergreifendes Fünftagesmittel) festgelegt.

An einem Heiztag liegt das Tagesmittel der Lufttemperatur unter 15°C. Die Anzahl der Heiztage bezieht sich gesondert auf die Monate der Heizzeit sowie auf die Sommermonate Juni, Juli und August. In Trochtelfingen gibt es während der Heizzeit im Mittel 269,9 Heiztage, in Heidelberg 235,7 Heiztage. Die mittlere Außentemperatur während der Heizzeit beträgt z.B. in Trochtelfingen 3,0 °C, in Heidelberg 6,3 °C.

Die Gradtagzahl für die Heizzeit ist die Summe der Differenzen zwischen der mittleren Raumtemperatur von 20 °C und den Tagesmitteln der Lufttemperatur über alle Heiztage (vom 1. September bis 31. Mai). Bei der Gradtagzahl für die Heizperiode werden nur die Heiztage berücksichtigt, die zwischen Beginn und Ende der Heizperiode liegen. Für Trochtelfingen beträgt die Gradtagzahl für die Heizzeit 4597 Kd/a, für Heidelberg 3226 Kd/a (Kd/a= Kelvin x Tag/Jahr).

Die Heizgradtage (G15) schließlich sind die Summe der Differenzen zwischen der Heizgrenztemperatur von 15 °C und den Tagesmitteln der Außentemperatur über alle Kalendertage mit einer Tagesmitteltemperatur unter 15 °C. Die mittleren Heizgradtage G15,m belaufen sich für Trochtelfingen auf 3425 Kd/a und für Heidelberg auf 2065 Kd/a.

Mit diesen Angaben ist zugleich die in Baden-Württemberg vorkommende regionale Spanne klimatischer Kennwerte umgrenzt, die den Energieverbrauch wesentlich bestimmen. Dabei spielen vor allem die Unterschreitung der Heizgrenztemperatur von 15 °C (Gradtagzahl bzw. Heizgradtage) und die maximale Temperaturdifferenz zwischen innen und außen eine wesentliche Rolle.

Grundlage zur Berechnung des Jahreswärmebedarfs ist zunächst das Normblatt DIN 4701, nach dem der Norm-Wärmebedarf eines Gebäudes zu ermitteln ist. Nach der Richtlinie VDI 2067 kann dann der jährliche Wärmeverbrauch in der Heizzeit vorausberechnet werden. Danach bedeutet eine Erhöhung der Temperaturdifferenz zwischen innen und außen im Mittel der Heizzeit um 1 °C eine Zunahme des Heizenergieverbrauchs von rund 6%.

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Städtebauliche Klimafibel Online, Stand: 21.11.2007
© Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umweltschutz Stuttgart
 
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