Es besteht aus einer Plexiglashalbkugel mit
ebenem, gleichfalls durchsichtigem Boden, die auf eine
Diagrammscheibe gemäß Abbildung 3/10
aufgelegt werden
kann. Am zu untersuchenden Ort wird die horizontal zu haltende
Vorrichtung mittels eines integrierten Kompasses eingenordet.
Auf der spiegelnden Plexiglashalbkugel bildet sich dann bei
Betrachtung von oben das Verbauungsbild in Zentralprojektion ab
und wird auf diese Weise in das darunter liegende Diagramm
eingespiegelt, was eine Sofortbeurteilung ermöglicht.
Diese Verschattungsdiagramme lassen sich
natürlich beim Vorhandensein digitaler Pläne auch mit
entsprechenden Programmen erzeugen. Das Rechenmodell SHADOW ist
speziell für die Berechnung der Verteilung der kurzwelligen
Strahlung (Sonnenstrahlung) in einem Modellgebiet ausgelegt. Es
ist sowohl für Untersuchungen in Stadtgebieten verwendbar als
auch bei geländeklimatologischen oder agrarmeteorologischen
Fragestellungen, da neben der Konstellation abschattender
Objekte auch der Verlauf der Geländetopographie berücksichtigt
wird.
.
Computer-Simulationsprogramm
Zur Beurteilung der Besonnungsverhältnisse
komplexer Siedlungsstrukturen sind anspruchsvollere Hilfsmittel
erforderlich. Dazu hat GORETZKI (1990) als Grundlage für die
energetische Simulation ein Computer-Modell (GOSOL)
entwickelt, das
neben der Bewertung der solarenergetischen Eigenschaften eines
Planungskonzeptes auch dessen räumliche Darstellung
ermöglicht.
Das auf PC lauffähige Programm ist als
Entwurfsinstrument mit einer CAD-Oberfläche ausgestattet. In
dieses Modell können bis zu 700 Bäume (monatlich wechselnde
Belaubung simulierbar) und 700 vordefinierte Gebäude mit
insgesamt maximal 5400 Wänden und 3200 Fenstern platziert
werden. Für jedes dieser Gebäude wird die
Sonnenenergieeinstrahlung in Stundenintervallen für jeden Monat
aufgeteilt in Reflex-, Diffus- und Direktstrahlung berechnet.
Neigung und Orientierung von Fensterflächen sowie ihre
Verschattung durch Vegetation, Nachbargebäude und
Geländeformen werden dabei berücksichtigt und quantitativ erfasst.
Über die örtlichen Klimadaten wird der Wärmebedarf, der
solare Heizungsbeitrag und der Restheizenergiebedarf anhand von
Gebäudekennwerten sowohl für jedes Gebäude als auch für das
gesamte Plangebiet ermittelt. Damit lassen sich
Planungsvarianten hinsichtlich ihrer energetischen Eigenschaften
quantitativ vergleichen, wobei einzelne Gebäude oder
Gebäudegruppen mit ungünstigen Besonnungsverhältnissen
identifiziert werden können.
Abbildung 3/14 zeigt als Ergebnis
einer solchen Berechnung eine Schattenwurfdarstellung zu einem
bestimmten Zeitpunkt. In Abbildung 3/15
wird für die
gleiche untersuchte Hausgruppe der für jedes Gebäude zu
erzielende Solarstrahlungsgewinn angegeben.
Die vom Wirtschaftsministerium Baden
Württemberg herausgegebene "Solarfibel -
Städtebauliche Maßnahmen" - (GOETZKI P., Maass I.,
2002) zeigt auch anhand von Beispielen die Möglichkeiten einer
energiebewussten Bauleitplanung auf..
Untersuchung des Schattenwurfs an Modellen
Sofern für Windkanaluntersuchungen (s.
Kap. 4.2) oder aus anderen Gründen ein physikalisches Modell
der geplanten baulichen Maßnahmen erstellt wird, bietet sich
eine Verschattungsuntersuchung mittels Beleuchtung des Modells
an. Dazu übernimmt eine starke Lichtquelle die Funktion der
Sonne, wobei die geometrischen Beziehungen bezüglich der Wahl
von Tag und Stunde mit dem wahren Sonnenstand übereinstimmen
müssen. Die sich ergebenden Verschattungsbilder werden dann
photographisch dokumentiert und ausgewertet.
Abbildung 3/16 zeigt aus LOHMEYER et
al. (1992) eine Skizze der örtlichen Situation, für die eine
umfangreiche, schwarz hervorgehobene Neubebauung geplant ist.
Auf die mit Punkt 6 bezeichnete Position bezieht sich das oben
als Abbildung 3/11
ausgewählte Beispiel eines
punktuellen Verbauungsbildes. Die in Abbildung 3/11 aus
der Perspektive eines betroffenen Standortes hervorgehobene
Planung kann nunmehr in der Schattenwurfdarstellung Abbildung
3/17 im räumlichen Zusammenhang zu einem bestimmten Termin
(hier: 2,5 Stunden nach Sonnenaufgang, Mitte Dezember)
bezüglich ihrer Auswirkungen untersucht werden.