Man gibt die Globalstrahlung in der Einheit W
pro m² oder in kJ pro Minute und cm² an, wobei es sich um eine
"Energieflussdichte" oder "Leistungsdichte"
handelt. Es gelten folgende Umrechnungen:
1 kJ/min cm² = 1,67 105 W/m² sowie 41,67 W/m² = 1
kWh/m² d .
Strahlungssummen über Stunden, Tage oder
Monate nennt man "Bestrahlung" oder
"Energiedichte" und verwendet entsprechend die
Einheiten kJ/cm² bzw. kWh/m². Hier gilt die Umrechnung:
1 kJ/cm² = 2,78 kWh/m².
Bei der Globalstrahlung handelt es sich um
die Summe der Strahlungsflüsse aus der direkten Sonnenstrahlung
und der diffusen Himmelsstrahlung. Diese Unterscheidung beruht
auf dem Sachverhalt, dass auch im Falle der abgeschatteten Sonne
(z.B. durch Gebäude) bzw. bei bedecktem Himmel Tageshelligkeit
besteht und somit die diffusen Anteile des Sonnenlichts als
Himmelsstrahlung wirksam werden.
Die Bedeutung der Himmelsstrahlung
insbesondere für die im Abschnitt 3.2.4 zu besprechende
Tageslichtbeleuchtung ergibt sich aus der für unsere Breiten
häufig vorhandenen Bewölkung. Bei bewölktem Himmel erhöht
sich nämlich dieser Anteil der Globalstrahlung, doch nur bis zu
einer Bedeckung des Himmelsgewölbes von 6/10 bis 8/10.
Da es sich - bezogen auf die horizontale
Fläche - bei der diffusen Himmelsstrahlung und der direkten
Sonnenstrahlung um größenordnungsmäßig etwa gleichgroße
Anteile handelt, würde eine alleinige Betrachtung der
Sonnenstrahlung für den Energiehaushalt zu völlig falschen
Werten führen.
Die direkte Sonnenstrahlung hat bei heiterem
Himmel ihr Maximum. Sie kann durch die Angabe der
Sonnenscheindauer eines Ortes näherungsweise beschrieben
werden. Mit dem Sonnenschein unmittelbar verbunden ist aber auch
die Erscheinung des Schattens. (Die auf dem Schattenwurf
beruhende Sonnenuhr "zählt die heiteren Stunden
nur".) Die für Licht und Schatten maßgeblichen
Verhältnisse der Sonnengeometrie werden näher im Abschnitt
3.2.2 behandelt.
Die mittlere Jahressumme der Globalstrahlung
beträgt z.B. in Stuttgart-Hohenheim für den 30jährigen
Zeitraum 1961 bis 1990 402 kJ/cm², was einem Durchschnittswert
der jährlichen Strahlungsleistung von 127 W/m² oder 1 116
kWh/m² a entspricht.
In Abbildung 3/4 wird die Verteilung
der durchschnittlichen Sonnenscheindauer und der jährlichen
Energielieferung der Sonne auf 1 m² Erdoberfläche für den
Bereich der Bundesrepublik dargestellt. Die Sonnenscheindauer
umfasst hier die Spanne zwischen 1300 und 2000 Jahresstunden,
während sich die Globalstrahlung zwischen den Werten 780 bis
1240 kWh/m² a bewegt. Die Abbildung
3/4a zeigt die mittlere jährliche Solareinstrahlung in
Baden-Württemberg in kWh/m².
Die Werte der Globalstrahlung korrelieren
sehr eng mit der Sonnenscheindauer, was aus der Tabelle 3/1
hervorgeht. Dort sind für Stuttgart-Hohenheim die mittleren
monatlichen Globalstrahlungssummen aufgeführt. Ferner ist in
der Tabelle die mittlere tatsächliche (gemessene)
Sonnenscheindauer in Monatsstunden der astronomisch möglichen
Sonnenscheindauer gegenübergestellt. Der Jahresgang von
tatsächlicher und astronomisch möglicher Sonnenscheindauer ist
Gegenstand von Abbildung 3/5.
Für energetische Betrachtungen im
Zusammenhang mit dem Raumwärmebedarf interessieren die
Strahlungsverhältnisse während der Heizperiode bzw. Heizzeit
von September bis Mai. Dazu geht aus Abbildung 3/5
hervor, dass aufgrund der Bewölkung gerade in den Wintermonaten
die tatsächliche Sonnenscheindauer gegenüber der astronomisch
möglichen stark abfällt. Dieser Sachverhalt wird durch die
Sonnenscheinwahrscheinlichkeit dargestellt (vgl. dazu Tabelle
3/1).
Tab. 3/1: Monats- und Jahressummen der
Globalstrahlung, der gemessenen und der astronomisch möglichen
Sonnenscheindauer sowie der Sonnenscheinwahrscheinlichkeit in
Stuttgart- Hohenheim (1961-1990); Quelle: Institut für Physik,
Universität Hohenheim
Die für Anwendungen im Bereich der
Solartechnik erforderlichen detaillierten Statistiken der
Globalstrahlung findet man im umfangreichen ATLAS ÜBER DIE
SONNENSTRAHLUNG EUROPAS (1984), wobei sich Band 1 auf
horizontale Flächen und Band 2 auf geneigte Flächen bezieht.
(Den Abbildungen 3/7
und 3/8 liegen Daten aus dem Band 2
dieses Atlasses zugrunde.)
Der Anhang J der VDI-RICHTLINIE 3789, Blatt
2, (1994) enthält Hinweise auf Datensammlungen über die
Strahlungsverhältnisse in Deutschland, Europa und in
außereuropäischen Regionen.