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2.8.3 Rechnerische
Abschätzung der Verkehrsimmissionen
Zur Abschätzung der
Schadstoffbelastung an Straßen ist es notwendig die
Kausalbeziehung Emission - Transmission - Immission
modellhaft möglichst exakt nachzubilden. Das Ergebnis ist ein
sogenanntes Ausbreitungsmodell. Dabei gehen als Eingangsgrößen
Angaben über den Verkehr (Verkehrsaufkommen, Fahrverhalten),
die Meteorologie (Windströmung und Ausbreitungsbedingungen) und
die geometrischen Randbedingungen (Topographie) ein (Abb.
2/17).
Ein üblicher Ansatz für die
Berechnung ist die Annahme einer Gaußverteilung (Gaußmodelle)
für die Konzentrationen an der als Linienquelle aufzufassenden
Straße (meist ohne Randbebauung) (z. B. Prokas-Modell (s. Kap.
4.3.7).
Ein mehr empirischer Ansatz wird
im Merkblatt über Luftverunreinigungen an Straßen (MLuS-02)
(s. Kap. 4.3.6) angewandt, indem die Abklingfunktionen einzelner
Schadstoffe in Abhängigkeit von der Entfernung aus Messungen
festgelegt werden.
Wesentlich aufwendiger ist die
Berechnung der Konzentrationen nach einem Lagrange-Modell (JANICKE,
1990). Hier werden an festen Punkten im Straßenraum feste
Teilchen als Repräsentanten für einen Luftschadstoff in die
Atmosphäre abgegeben und deren Wege rechnerisch verfolgt (Trajektorien).
Da die Teilchen so klein sein müssen, dass sie den Turbulenzen
in der Atmosphäre direkt folgen, ergibt die Berechnung vieler
solcher Trajektorien (einige Zehntausende!) eine räumliche
Verteilung, die der Schadstoffkonzentrationsverteilung
entspricht.
Für Straßenschluchten werden
meist Boxmodelle in verschieden modifizierter Form eingesetzt.
Prinzipiell ergibt sich dabei die Konzentration als Quotient aus
der Quellstärke und dem in der Box durchgesetzten Luftvolumen,
das durch die Geometrie der Straßenschlucht (Bebauungshöhe und
Straßenbreite) entscheidend bestimmt ist (DABBERT et al.,1973;
GEOMET,1987).
Im Gegensatz zu der Ausbreitung
von Schadstoffen an relativ frei liegenden Straßen erfolgt die
Ausbreitung in Straßenschluchten (Abb. 2/18) durch die
dort auftretende Wirbelbildung unter stark veränderten
Verhältnissen (Abb. 2/19). Insbesondere ist in
Straßenschluchten durch die vorhandene Randbebauung von einer
Verschlechterung des Abtransportes von Schadstoffen auszugehen,
wobei hier die Straßenbreite eine entscheidende Rolle spielt.
Bedingt durch die mit der
Wirbelbildung auftretenden Transportvorgänge werden zudem Luv-
und Leeseiten des Straßenzuges unterschiedlich belastet.
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