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2.5 Wind
Ein besonderes Merkmal der Stadt
ist die Veränderung der Windverhältnisse sowohl hinsichtlich
der Windrichtung als auch bezüglich der Windgeschwindigkeit.
Die größere Oberfläche und Rauhigkeit einer städtischen
Bebauung bewirkt durch die erhöhte Reibung eine Verminderung
der Windgeschwindigkeit. Sie kann im Jahresmittel bis zu 30 %
niedriger sein. Insbesondere nimmt die Häufigkeit von
Windstillen um bis zu 20 % zu, was auch zu einer Verminderung
des Luftaustausches führt und damit den Schadstofftransport
behindert.
In der Abbildung 2/8 kommt
zum Ausdruck, dass sich die vertikalen Windprofile über der
Innenstadt, dem Stadtrand und dem Freiland stark unterscheiden.
Neben der Abnahme der Windgeschwindigkeit zum Stadtzentrum hin
erkennt man auch die im Stadtkern höher reichende Störung des
Windfeldes (ROBEL et al, 1978).
Jedoch kann in der Stadt auch die Böigkeit
durch Wirbelbildung an hohen Gebäuden zunehmen, was in
Bodennähe zu Zugerscheinungen und teilweisen
Nutzungseinschränkungen im Nahfeld der Gebäude führt (Abbildung
2/9) (GANDEMER, 1977).
Die Darstellung zeigt skizzenhaft die
Umströmung von Gebäuden, an denen es strömungsbedingt zu
Wirbelbildungen kommt. Die Verwirbelung der Luft im Nahfeld der
Gebäude hat insbesondere Auswirkungen auf den Abtransport von
Schadstoffen aus Kaminen und anderen bodennahen
Schadstoffquellen. Die Störung des Windfeldes durch Gebäude
reicht in der Regel bis zu einer Entfernung, die der zehnfachen
Gebäudehöhe entspricht.
Von Bedeutung für die Luftbewegung in
Stadtgebieten können auch lokale Windsysteme sein, die sich
insbesondere bei schwachem überregionalem Wind ausbilden. Dabei
unterscheidet man zwischen topographisch bedingten Systemen und
durch Bebauung bedingten Windsystemen.
Erstere, zu denen Hangwinde sowie Berg- und
Talwinde gehören, sind stark durch das vorhandene Relief
geprägt. Die Abbildung 2/10 verdeutlicht skizzenhaft die
Zirkulation bei Hang-, Berg- und Talwind (LILJEQUIST, 1974).
Diese Zirkulation ist vor allem bei Städten in Tal- und
Kessellagen von Bedeutung, da sie zum Schadstoffabtransport
sowie zur Frischluftzufuhr beiträgt. Die Ausprägung der vor
allem nachts bodennah stattfindenden Kaltluftflüsse ist
abhängig von der Größe der Kaltluft produzierenden Flächen
sowie von der Hangneigung.
Die Abbildung
2/11a zeigt die Modellberechnung für das Gebiet Stuttgart
21 und die Abbildung 2/11b und
2/11c
zeigt das Anwachsen des Kaltfuftstromes in Freiburg i. Breisgau (RICHTER
u. RÖCKLE, 2003)
Letztere (Flurwinde) sind sehr viel schwerer
nachweisbar und weniger ausgeprägt. Sie haben ihre Bedeutung
bei Städten mit gering ausgeprägtem Relief und sind
stadteinwärts gerichtet (BARLAG, KUTTLER (1991),HUPFER, KUTTLER,
1998, WEBER, KUTTLER (2003)).
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