Durch die Oberflächenversiegelung und den
damit verbundenen geringeren Grünflächenanteil ist die
Verdunstung reduziert, was eine Erhöhung der Temperatur in den
Städten bewirkt.
Infolge der städtischen Baumassen erfolgt
eine Wärmespeicherung der einfallenden Strahlung, was sich
darin zeigt, dass die täglichen Maximaltemperaturen in einer
Stadt gegenüber dem Umland später eintreten und die
Schwankungsbreite des Temperaturverlaufes geringer ist (Abb.
2/2a) (BRÜNDL et al, 1986) (Abb. 2/2b). In der Nacht geben die
Steinmassen die Wärme nur langsam wieder ab. Sie sind auch am
Morgen noch relativ warm.
In einer Stadt finden die Energieumsetzungen
zu einem großen Teil nicht im Erdbodenniveau sondern auch im
Bereich des Dachniveaus bzw. der oberen Stockwerke der Häuser
statt.
Durch den relativ hohen Anteil von
Schadgasen, die langwellige Wärmestrahlung absorbieren können
(z. B. Kohlendioxid), ist die effektive Abstrahlung reduziert,
was zu einer Erwärmung der Stadtatmosphäre führt (lokaler
Treibhauseffekt).
Ein nicht zu vernachlässigender Faktor in
Städten ist die anthropogene Wärmeerzeugung, die ebenfalls zu
einer zusätzlichen Erwärmung speziell auch im Winter während
der Heizperiode führt. KERSCHGENS (1987) hat für Bonn diesen
Anteil zu maximal 18 W/m² für Stunden mit hohem
Verkehrsaufkommen abgeschätzt.