Das Problem der Luftbelastung in Städten mit
Schadstoffen ist nicht neu. So findet man z.B. bei Seneca (66
nach Christus) die Äußerung:
" Sobald ich der schweren Luft Roms entronnen war und dem
Gestank der rauchenden Kamine, dem aus ihnen quellenden Ruß und
den pestilenzartigen Dämpfen, fühlte ich eine Veränderung
meines Wohlbefindens. "
Der Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung
und der Gesundheit ist schon lange bekannt. Am deutlichsten
wurde dies jedoch bei Smogkatastrophen mit
überdurchschnittlichen Todesfällen, wie z.B. 1952 in London,
wo über 4000 Menschen starben.
Man geht heute davon aus, dass besonders die
synergistische Wirkung von Schwebstaub und Schwefeldioxid bei
den meisten Smogfällen die wichtigste Rolle gespielt hat. Diese
Erkenntnis hat letztlich auch dazu geführt, in den
Smogverordnungen der Bundesrepublik einen Summengrenzwert für
Schwebstaub und Schwefeldioxid einzuführen.
Von der Entstehung her lassen sich
verschiedene Smogarten prinzipiell unterscheiden. Den Wintersmog
vom Typ "LONDON" oder "FERN-TRANSPORT" und
den Sommersmog vom Typ "LOS ANGELES".
Der Smogtyp " LONDON" entsteht bei
Inversionswetterlagen mit bodennaher Kaltluft im Winter, wenn
bei den tiefen Temperaturen stark geheizt werden muss. Da als
Heizmaterial (früher mehr als heute) auch Kohle und Heizöl
eingesetzt wird, entstehen u. a. die Hauptschadstoffkomponenten
SO2, CO, Staub, Sulfat und H2SO4.
Durch die Substitution von Kohle und Öl
durch Gas und Fernwärme sowie eine deutliche Reduzierung des
Schwefelgehalts beim leichten Heizöl auf heute (2008) 0,1
Gewichtsprozent und durch die Entschwefelung der
Kraftwerksabgase seit 1990 ist bezüglich der Komponente
Schwefeldioxid eine deutliche Besserung eingetreten. Dass in den
Achtziger Jahren dennoch Smogalarme ausgelöst werden mussten,
lag zum einen an den verschärften Auslösegrenzwerten aber auch
an Ferntransporten aus dem Osten. Aufgrund der verbesserten
Luftsituation wurden in der Bundesrepublik Deutschland alle
bestehenden Smogverordnungen aufgehoben.
Der Smogtyp "FERNTRANSPORT" ist
ebenfalls ein Wintersmog, der in der Bundesrepublik bei
Ostwindlagen mit Inversion entstehen kann, da in den Gebieten
östlich der Bundesrepublik noch viel Kohle und Braunkohle zu
Heizzwecken und Energieerzeugung eingesetzt wird. Diese Smogart
kann auch bei höheren Windgeschwindigkeiten auftreten.
Um eine ganz andere Smogart handelt es sich
beim Sommersmogtyp "LOS ANGELES". Hier ist der
Verursacher in erster Linie der Autoverkehr mit seinen Abgasen (
z.B. Stickoxiden, Kohlenwasserstoffen und Kohlenmonoxid).
Infolge schlechten Luftaustausches verbunden mit starker
Sonneneinstrahlung kommt es zu chemischen Umwandlungen der Gase
in der Atmosphäre und zur Bildung von Photooxidantien. Zu den
wichtigsten Stoffen zählt hier vor allem das Ozon (O3)
und Peroxiacetylnitrat (PAN) neben Peroxiden, Aledhyden etc..