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2. Charakteristik und Erscheinungsformen des Stadtklimas
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2.10     Smog

Unter Smog versteht man die aus dem Englischen übernommene Wortkombination aus "smoke" = Rauch und "fog" = Nebel zur Beschreibung eines Zustandes großer Luftverschmutzung mit teilweise sichtbaren Luftverunreinigungen über städtischen und industriellen Ballungsräumen. Heute steht die Bezeichnung Smog für hohe Schadstoffbelastungen in der Luft ganz allgemein, das heißt auch ohne das Vorhandensein von Nebel.

Das Problem der Luftbelastung in Städten mit Schadstoffen ist nicht neu. So findet man z.B. bei Seneca (66 nach Christus) die Äußerung:
" Sobald ich der schweren Luft Roms entronnen war und dem Gestank der rauchenden Kamine, dem aus ihnen quellenden Ruß und den pestilenzartigen Dämpfen, fühlte ich eine Veränderung meines Wohlbefindens. "

Der Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und der Gesundheit ist schon lange bekannt. Am deutlichsten wurde dies jedoch bei Smogkatastrophen mit überdurchschnittlichen Todesfällen, wie z.B. 1952 in London, wo über 4000 Menschen starben.

Man geht heute davon aus, dass besonders die synergistische Wirkung von Schwebstaub und Schwefeldioxid bei den meisten Smogfällen die wichtigste Rolle gespielt hat. Diese Erkenntnis hat letztlich auch dazu geführt, in den Smogverordnungen der Bundesrepublik einen Summengrenzwert für Schwebstaub und Schwefeldioxid einzuführen.

Von der Entstehung her lassen sich verschiedene Smogarten prinzipiell unterscheiden. Den Wintersmog vom Typ "LONDON" oder "FERN-TRANSPORT" und den Sommersmog vom Typ "LOS ANGELES".

Der Smogtyp " LONDON" entsteht bei Inversionswetterlagen mit bodennaher Kaltluft im Winter, wenn bei den tiefen Temperaturen stark geheizt werden muss. Da als Heizmaterial (früher mehr als heute) auch Kohle und Heizöl eingesetzt wird, entstehen u. a. die Hauptschadstoffkomponenten SO2, CO, Staub, Sulfat und H2SO4.

Durch die Substitution von Kohle und Öl durch Gas und Fernwärme sowie eine deutliche Reduzierung des Schwefelgehalts beim leichten Heizöl auf heute (2008) 0,1 Gewichtsprozent und durch die Entschwefelung der Kraftwerksabgase seit 1990 ist bezüglich der Komponente Schwefeldioxid eine deutliche Besserung eingetreten. Dass in den Achtziger Jahren dennoch Smogalarme ausgelöst werden mussten, lag zum einen an den verschärften Auslösegrenzwerten aber auch an Ferntransporten aus dem Osten. Aufgrund der verbesserten Luftsituation wurden in der Bundesrepublik Deutschland alle bestehenden Smogverordnungen aufgehoben.

Der Smogtyp "FERNTRANSPORT" ist ebenfalls ein Wintersmog, der in der Bundesrepublik bei Ostwindlagen mit Inversion entstehen kann, da in den Gebieten östlich der Bundesrepublik noch viel Kohle und Braunkohle zu Heizzwecken und Energieerzeugung eingesetzt wird. Diese Smogart kann auch bei höheren Windgeschwindigkeiten auftreten.

Um eine ganz andere Smogart handelt es sich beim Sommersmogtyp "LOS ANGELES". Hier ist der Verursacher in erster Linie der Autoverkehr mit seinen Abgasen ( z.B. Stickoxiden, Kohlenwasserstoffen und Kohlenmonoxid). Infolge schlechten Luftaustausches verbunden mit starker Sonneneinstrahlung kommt es zu chemischen Umwandlungen der Gase in der Atmosphäre und zur Bildung von Photooxidantien. Zu den wichtigsten Stoffen zählt hier vor allem das Ozon (O3) und Peroxiacetylnitrat (PAN) neben Peroxiden, Aledhyden etc..

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Abb. 2/20a: Smog in Mexico-City, Typ Sommersmog "LOS ANGELES"

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Abb. 2/20b: Smog in Mexico-City, Typ Sommersmog "LOS ANGELES"
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Abb. 2/20c: Inversionswetterlage (1982) in Stuttgart, Wintersmog-Typ "LONDON"
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Abb. 2/20d: Inversionswetterlage (1982) in Stuttgart, Wintersmog-Typ "LONDON"
 
Abb. 2/20e: Inversionswetterlage (9.1.2002) in Stuttgart, Sonnenunter- gang an Smogschicht
     

                                              

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Städtebauliche Klimafibel Online, Stand: 26.11.2007
© Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umweltschutz Stuttgart
 
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