Das Klima hingegen ist definiert als der
mittlere Zustand der atmosphärischen Witterungsbedingungen mit
ihren Schwankungsbereichen an einem bestimmten Ort. Die
geographische Lage sowie die Höhe des Ortes sind, wie die Nähe
zu größeren Wasserflächen, entscheidende Einflussgrößen.
Beschrieben wird das Klima durch die Klimaelemente
Lufttemperatur, Luftfeuchte, Niederschlag, Luftdruck, Wind,
Bewölkung und Strahlung.
Aus dieser Begriffsbestimmung ergibt sich,
dass es "das Klima" quantifiziert durch eine
Messgröße nicht gibt. Es können somit meist nur Messungen,
Beobachtungen und Wertungen bezogen auf einzelne Elemente des
Klimas vorgenommen werden. Meteorologische Begriffsbestimmungen
zur Regionalplanung sind als Arbeitsmaterial der Akademie für
Raumforschung und Landesplanung veröffentlicht (SCHIRMER, 1988)
. In der Bioklimatologie (Wirkung des Klimas auf den Menschen)
versucht man auch, verschiedene Klimaelemente miteinander zu
verknüpfen und meist subjektiv zu bewerten, wie dies zum
Beispiel bei der thermischen Belastung ("Schwüle")
durch die Kombination von Lufttemperatur, Luftfeuchte und
Strahlung der Fall ist.
Eine der Hauptaufgaben des Klimatologen liegt
in der Synthese aller Klimaelemente unter Berücksichtigung
ihrer gegenseitigen Abhängigkeiten sowie äußerer
Einflussgrößen (z. B. Oberflächenart, Relief,
Bebauungsstruktur).
Außer durch oftmals zeit- und
kostenaufwendige Messungen kann faktisch jedermann durch
Beobachtung in der Natur klimatische Gegebenheiten wahrnehmen
und zum Teil bewerten. Hierzu gehören beispielsweise die
Beobachtung von Rauchfahnen als Hinweis auf die Windrichtung und
atmosphärische Temperaturschichtung, die Vegetation und ihre
Entwicklung als Indikator für die Temperatur und
Niederschlagsverhältnisse sowie Bodennebelbereiche als Hinweis
auf lokale Kaltluftseen. Ferner seien erwähnt die Beobachtung
von Frostschäden und lokalen Wolkenbildungen.
Während das Klima in der freien Landschaft
weitgehend von natürlichen Gegebenheiten abhängig ist, bildet
sich in Stadtlandschaften ein durch Bauwerke beeinflusstes Klima
aus, das Stadtklima. Man versteht heute unter dem Begriff
Stadtklima aber auch die Veränderung der natürlichen
Zusammensetzung der Luft durch anthropogene Einflüsse
(Luftschadgase und Aerosole).
Jede Bebauung beeinflusst die einzelnen
Klimaelemente. Große Baugebiete setzen sich in klimatischer
Hinsicht deutlich von der sie umgebenden Landschaft ab. Die
wesentlichen Ursachen, die zur Ausbildung eines eigenen
Stadtklimas führen, liegen in der weitreichenden Veränderung
des Wärmehaushaltes und des örtlichen Windfeldes. Hinzu kommt
eine starke Anreicherung der Stadtluft mit Schadstoffen aus den
Quellen von Hausbrand, Verkehr, Industrie und Kraftwerken. Die
Ausprägung eines typischen Stadtklimas ist in erster Linie
abhängig von der Stadtgröße, aber auch von der Geländeform,
der Bebauungsstruktur und dem Freiflächenanteil.
Während es in den Städten Klimaelemente
gibt, die sich stadtteilbezogen nur wenig unterscheiden (z.B.
Sonnenstrahlung, Niederschlag), weisen andere Klimaelemente,
bedingt durch das Wärmespeichervermögen der Baustoffe, die
Versiegelung des Bodens, durch veränderten Wasserhaushalt sowie
durch Abwärme, zum Teil recht große räumliche Unterschiede
auf (z.B. Temperatur, Windverhältnisse). Kleinräumliche
Unterschiede sind im Bereich von Gebäuden, Straßenzügen und
Grünanlagen zu finden.